Seit 1951 findet jedes Jahr im Frühjahr in der ligurischen Stadt Sanremo das größte Liedfestival Europas statt: Il Festival della canzone italiana. Dreißig bekannte italienische Sängerinnen und Sänger präsentierten vom 24. bis 28. Februar nur für diesen Wettbewerb geschriebene Lieder, die bis zum ersten Abend unveröffentlicht blieben. Selbst der Titel war, wie es die Vorgaben verlangen, geheim.
Im Rahmen des Italienischunterrichts wählten die Schülerinnen und Schüler der Klassen 10 a/b jeweils ein Lied aus, präsentierten es in einem freien Vortrag zusammen mit Informationen zur Sängerin bzw. zum Sänger und einer abschließenden Stellungnahme. Die ausgewählten Lieder wiesen eine große thematische Vielfalt auf: Manche Lieder richteten einen Appell an die Zuhörer; diese reichten von der Aufforderung, das Glück notfalls zu stehlen, wenn man nicht zu den vom Glück Begünstigten zählt, bis zum Aufruf an die Frauen, zusammenzuhalten, weil dann alles möglich sei. Ein Lied gab den Ratschlag, Einsamkeit als notwendiges Übel zu betrachten, das es zu überwinden gilt, damit es wieder bergauf gehen kann. Ein anderes trauerte allen namenlosen Kindern nach, die unschuldig Opfer des Gazakrieges geworden sind. Ein weiteres ging auf die zwei Seiten des Belpaese, auf die Widersprüche Italiens, ein. Der Interpret war ein Migrant, der trotz der Schattenseiten seine Liebe zu Italien erklärte. Am häufigsten vertreten waren naturgemäß Liebeslieder.
Anhand ihrer Interpretation der Liedtexte konnten die Schülerinnen und Schüler zeigen, wie gut sich ihre Sprachkompetenz nach nur zweieinhalb Jahren bereits entwickelt hat. Viele von ihnen hatten das gar nicht erwartet. Zudem fanden sie sich in so manchem Lied wieder, weil sie Ähnliches schon erlebt oder gefühlt hatten oder weil es ihrem Musikgeschmack entsprach. Ganz nebenbei lernten sie außerdem viel über die italienische Kultur. Mehr kann man sich nicht wünschen.
I. Artico
12.05.2026