Deep Dive Molekularbiologie

Meine Zeit beim Bertalanffy summer practical at COS in Heidelberg


Wusstet Ihr, dass es Fische gibt, die ihre Retina regenerieren können? Nein? Ich vor meinem Bertalanffy Sommerpraktikum am COS in Heidelberg auch nicht!
Im Rahmen meiner Tätigkeit als Mentorin für Molekularbiologie an unserer Stützpunktschule Kant-Gymnasium Karlsruhe wurde ich von meinem Biologie Lehrer Herrn Horn auf dieses Praktikum aufmerksam gemacht. Ich war sofort begeistert von dieser Idee und erhoffte mir einen näheren Einblick in den Alltag eines Forschers im Bereich der Biologie zu erhalten. Rückblickend erfüllte sich meine Hoffnung, mehr im Klaren darüber zu sein, welchen Weg ich jetzt nach dem Abitur einschlagen werde.
Vor Beginn des Praktikums wurde eine selbstständige Vorbereitung zu den sogenannten „model organisms“ - das sind ausgewählte Bakterien, Viren, Pilze, Pflanzen oder Tiere, die mit einfachen Methoden gezüchtet und untersucht werden können und deshalb von großer Bedeutung für die biologische und biomedizinische Forschung sind - erwartet. Diese Organismen sollten im Zeitraum vom 25. Juli bis zum 05. August 2022 das Zentrum unserer Forschungsarbeiten darstellen.
In Heidelberg angekommen wurden 12 ausgewählte Oberstufenschüler (inklusive mir) von Doktoren über die Entwicklungsbiologie im Allgemeinen aufgeklärt. Des Weiteren ist jeder dieser Doktoren auf ein model organism spezialisiert und hat uns dieses sowie ihre Arbeit damit durch einen Vortrag näher gebracht. Anschließend gab es eine Führung durch die Einrichtung der biologischen Grundlagenforschung mitsamt ihrer Labore sowie Fisch-, Fliegen- und Pflanzenräume. Hierbei wurde jede unserer Fragen sehr ausführlich und freundlich beantwortet.
Nach wenigen Tagen wurden wir Praktikanten in Zweier-Gruppen eingeteilt. Jede dieser Zweier-Gruppen wurden wiederum zwei unterschiedliche model organisms zugeordnet. Meine Partnerin und ich durften uns die nächsten eineinhalb Wochen zuerst mit dem Medaka Fisch und abschließend mit der Backhefe beschäftigen. Hierzu arbeiteten wir mit Doktoranden im Labor zusammen, die uns neben ihrem schon sehr vollen Alltag anleiteten. Als faszinierend stellten sich die verschiedenen wissenschaftlichen Methoden heraus, mit denen wir unsere Fragestellungen phasenweise angingen. Darunter fiel das Mikroskopieren, Cryosectioning sowie das Entnehmen und anschließendem Einfärben von Fischeiern mit einer sehr dünnen Nadel.
Abgerundet wurden unsere Forschungsarbeiten mit einem Workshop zur „Science Communication“, sodass wir schließlich am letzten Tag den anderen Praktikanten eine Präsentation über unsere Forschungsergebnisse liefern konnten.
Abgesehen von Fischaugen gab es noch viele weitere spannende Dinge, die ich innerhalb dieser zwei schönen Wochen in Heidelberg lernen durfte. Falls Ihr Euch selbst also für Biologie, Medizin oder die Forschung in diesen Bereichen interessiert, kann ich Euch dieses Praktikum wärmstens empfehlen - denn das war eine Erfahrung, die meine Zukunft mit Sicherheit geprägt hat.



Alice Rollsing (Abi 2022)


27.09.2022