KaNt-GyMnASium Stützpunktschule® für Molekularbiologie

Veranstaltungen

Stützpunktschulenforum

Worin besteht die Verbindung zwischen Parasiten, Würmern, Malaria und dem Arzt, Dichter und Philosoph Friedrich von Schiller?


Alle Schülermentoren und Schülermentorinnen der Stützpunktschulen® für Molekularbiologie trafen sich am 06.02.2018 auf dem 8. Stützpunktschulenforum im Centre for Organismal Studies (COS) an der Universität Heidelberg; unter anderem, um diese Frage zu beantworten, aber vor allem zum Austausch, zur Wissensvermittlung und für seltene Einblicke in den Laboralltag.
Der Tag begann mit einem sehr interessanten Vortrag des Professors Friedrich Frischknecht, dem es auf sehr humorvolle Art gelang, den Schüler*innen die Themen näherzubringen, mit denen er sich an der Universität Heidelberg aktuell beschäftigt: Parasiten, Würmern und die Übertragung von Krankheiten durch diese. Er stellte nicht nur spezifische Parasiten und Würmer wie den Bandwurm vor, dessen Länge je nach Art von drei Millimetern bis zu zwanzig Metern variieren kann, sondern baute auf interaktive Weise auch kuriose Fakten in seinen Vortrag ein, wie beispielsweise die Tatsache, dass Schiller Malaria bekam, nachdem er nach Mannheim kam, um sein Stück »Die Räuber« aufzuführen.
Professor Frischknecht hielt außerdem dazu an, gerade kuriose Fakten allzeit mit Vorsicht zu genießen und zu hinterfragen (Zitat: »Vielleicht lüge ich auch, wer weiß?«) - summa summarum ein sehr lebhafter Vortrag mit einer ausgewogenen Mischung an Vermittlung von wichtigen Inhalten und unterhaltsamen Anregungen.
Nach diesem spannenden Input begaben wir uns zum Mittagessen im COS, anschließend sollten die Laborpraktika beginnen. Dazu wurden die über 90 Schüler*innen in Kleingruppen von etwa sechs Schüler*innen eingeteilt und durften zusammen mit je einem Laborleiter verschiedene Praktika besuchen. Mein Praktikum, welches von Frau Heitmann begleitet wurde, beschäftigte sich beispielsweise u.a. mit der Quantifizierung von Viren, die in der Gentherapie eingesetzt werden, und wurde von einer Doktorandin durchgeführt. Nach dem praktischen Teil kamen wir mit Professor Grimm ins Gespräch, der die Arbeitsgruppe leitet, und unterhielten uns über die Anwendung seiner Forschung, also konkret über Medikamente zur Gentherapie z.B. von Hämophilie (Bluterkrankheit). In diesem Feld war bislang nur ein einziges Medikament weltweit zugelassen und die Kosten für die einmalige Injektion, die aber dafür die Krankheit vollständig heilt, beliefen sich auf über eine Million Euro - das Medikament wurde aufgrund seines hohen Preises wieder vom Markt genommen. Doch an hunderten von Medikamenten dieser Art wird aktuell geforscht und es gibt viel Potenzial.
Nach den Praktika trafen wir uns wieder im COS zur Kaffeepause und wurden abschließend über das Bertallanfy Summer Practical informiert, ein zweiwöchiges Praktikum Ende Juli, welches an der Uni Heidelberg absolviert werden kann - die Bewerbungsphase hierfür beginnt in wenigen Wochen.
Alles in allem war das 8. Stützpunktschulenforum sehr inhaltsreich und spannend, da man die Möglichkeit bekommt, einen sehr spezifischen Einblick von denjenigen Forschern zu bekommen, die sich tagtäglich auf einem Niveau der internationalen Forschung mit dem vielschichtigen Thema Molekularbiologie beschäftigen.


08.03.2018